Das müssen Händler wissen

Das neue NAFTA-Abkommen heißt USMCA

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Nach monatelangen Verhandlungen, bei denen es immer wieder Fortschritte, aber auch Rückschritte gab, haben die USA und Kanada zu später Stunde eine Einigung über die Rahmenbedingungen für ein neues trilaterales Handelsabkommen erzielt, das die NAFTA  ersetzen wird. Das „USA-Mexiko-Kanada-Abkommen“ oder kurz „USMCA“ ist ein „neues, modernisiertes Handelsabkommen“, wie es in der gemeinsamen Stellungnahme heißt, die am Sonntagabend von den beiden wichtigsten USMCA-Verhandlungsführern, dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland, veröffentlicht wurde.

Das Team stand unter Zeitdruck, denn die Endfassung des Abkommens musste bis zum 30. September vorliegen. Nur so kann es mindestens 60 Tage vor der Unterzeichnung durch den amtierenden mexikanischen Präsidenten veröffentlicht werden, denn am 1. Dezember steht die Amtseinführung des neuen Staatsoberhaupts von Mexiko an. In letzter Minute wurde ein Kompromiss ausgehandelt: Die Kanadier erklärten sich damit einverstanden, ihre Regelungen zu Milchprodukten zu lockern, während die USA bei den Streitschlichtungsmechanismen und der Anwendung neuer Zölle auf Autos einlenkten.

„Mit dem USMCA erhalten unsere Arbeiter, Landwirte, Viehzüchter und Unternehmen ein hochwertiges Handelsabkommen, das zu freieren Märkten, einem gerechteren Handel und einem soliden Wirtschaftswachstum in unserem Land führen wird“, heißt es in der Stellungnahme. „Es wird die Mittelschicht stärken und fast einer halben Milliarde Menschen, die in Nordamerika zu Hause sind, attraktive, gut bezahlte Arbeitsplätze und neue Chancen bieten.“

In dem neuen Abkommen bleibt ein Großteil des NAFTA-Vertragstextes erhalten. Es gibt jedoch einige wesentliche Änderungen:

  • Befreiungen von einseitigen Zöllen auf Autos
  • Abbau von Beschränkungen für Milchprodukte
  • Umfassendere Rechte zum Schutz geistigen Eigentums, insbesondere für Biopharmaka
  • Erhöhung des für eine Zollbefreiung erforderlichen nordamerikanischen Fertigungsanteils an Autos von 62,5 % auf 75 %
  • Zusätzliche Vorschriften zum Schutz von Arbeitnehmerrechten
  • Regeln für den elektronischen Austausch von Gütern (beispielsweise den Kauf und die Lieferung von Software über das Internet), in den Medien vage als E-Business umschrieben

Sobald das Abkommen von den Vertragsparteien unterzeichnet wurde, muss es im Laufe des Jahres 2019 von den Legislativen aller drei Länder ratifiziert werden. In Mexiko und Kanada wird das eine erhebliche Herausforderung, da das kommende Jahr in beiden Ländern ein Wahljahr ist. In Abhängigkeit vom Ausgang der anstehenden US-Wahlen im November könnten die Ratifizierung und Umsetzung auch für die Gesetzgeber in den USA schwierig werden.

Wenn das neue USMCA in Kraft tritt, werden weltweit tätige Unternehmen auf Unterstützung durch Softwarelösungen zum Management von Freihandelsabkommen wie Amber Road angewiesen sein. Das System muss alle aktuellen Handelsabkommen beinhalten, damit eine Identifizierung und Qualifizierung von Gütern mithilfe einer Datenbank globaler Handelsinformationen erfolgen kann. In dieser Datenbank sind die Ursprungsregeln, Produktklassifizierungen sowie die Zölle und Steuern für die wichtigsten Präferenzhandelsprogramme enthalten.

Der Einsatz von Lösungen mit der besten Technologie kann Ihnen dabei helfen, durch die Vereinfachung von Compliance- und Qualifizierungsverfahren neue Märkte für Ihr Unternehmen zu erschließen. Da sich derzeit auf der ganzen Welt neue Freihandelsabkommen abzeichnen bzw. verabschiedet werden, wird die Einhaltung der globalen Handelsbestimmungen zum Schlüsselfaktor für künftige Chancen.