You are here

EU und Mercosur-Staaten vereinbaren größte Freihandelszone der Welt

20 Jahre nach Beginn der Verhandlungen einigen sich die Europäische Union und der südamerikanische Staatenbund Mercosur auf ein umfassendes Freihandelsabkommen.

Die EU und die Mitglieder des südamerikanischen Wirtschaftsbundes Mercosur – Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay – haben sich am 28. Juni 2019 auf ein komplexes Freihandelsabkommen geeinigt. Der von der Europäischen Kommission ausgehandelte Vertrag muss nun noch von den 28 Mitgliedstaaten genehmigt werden und das Europäische Parlament passieren.

Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, lobte den Abschluss des Abkommens anlässlich des G20-Gipfels in Japan als „historischen Augenblick“. Die Staats- und Regierungschefs der EU nutzten die internationale Bühne für ein gemeinsames Foto, um ein Zeichen gegen den Protektionismus zu setzen, der seit einigen Monaten im internationalen Handel grassiert.

Das Freihandelsabkommen in Zahlen

Nahezu 770 Millionen Verbraucher sind von diesem Abkommen betroffen. Gemessen am BIP geht es um rund ein Viertel der weltweiten Wirtschaftsleistung, um nahezu 18 Billionen Euro.

Die EU und Mercosur handelten 2018 Waren im Wert von fast 88 Milliarden Euro. Die südamerikanischen Länder exportierten vorrangig landwirtschaftliche Produkte, die europäischen Länder vor allem industrielle und pharmazeutische Produkte.

Konkrete Auswirkung des Abkommens

Das Abkommen soll die vielen Zölle zwischen den beiden Vertragsparteien eliminieren, insbesondere für industrielle und landwirtschaftliche Produkte. Auch die Themen öffentliche Dienstleistungen und Märkte, Hygiene und Pflanzengesundheit sowie der Schutz geistigen Eigentums sind Gegenstand des Freihandelsabkommens.

Die europäische Automobilbranche profitiert davon, dass sich Mercosur verpflichtet, den südamerikanischen Markt zu öffnen und die Zölle auf Fahrzeuge und Ersatzteile drastisch – von derzeit 35 auf künftig 18 Prozent – zu senken.

Die südamerikanischen Länder hingegen haben fortan einen besseren Zugang zum europäischen Markt, um dort ihre landwirtschaftlichen Produkte, insbesondere Rindfleisch, anbieten zu können.

Digitalisierung unverzichtbar

Das abgeschlossene Freihandelsabkommen hat Symbolcharakter: In einer Zeit, in der sich die Wirtschaftsriesen durch zunehmend protektionistische Maßnahmen einen weitreichenden Handelskrieg liefern, setzen die EU und die Mercosur-Staaten auf Verhandlungen und Verständigung. Beide Regionen wollen ihre Volkswirtschaften entgegen dem vorherrschenden Trend weiter öffnen und so Schritt für Schritt einen Handel ohne Zölle und kommerzielle Beschränkungen realisieren.

Der seit einigen Jahren zu beobachtende zunehmende Abbau der Zollschranken stellt für Unternehmen auch eine Herausforderung dar. Um sie zu unterstützen, bieten viele Softwareentwickler cloudbasierte Lösungen zur Verwaltung des internationalen Handels- und Zollgeschäfts, die sich in vorhandene Warenwirtschaftssysteme (ERP-Systeme) einbinden lassen. Diese Programme vereinfachen den internationalen Handel unter Wirtschafts- und Freihandelsabkommen und sichern gleichzeitig die Einhaltung aller geltenden Vorschriften.

Durch die kontinuierliche Digitalisierung von Ein- und Ausfuhrprozessen gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen den Geschäftsparteien, Zollbehörden und Zollpartnern transparenter. Das wichtigste Argument für die Software ist jedoch, dass sich damit eine höhere Rentabilität bei der Umsetzung geschäftlicher Transaktionen und der Nutzung von Präferenzabkommen erreichen lässt. Die Digitalisierung von Supply-Chain-Prozessen ist eine Möglichkeit, die Produktivität, die Compliance und den Umsatz zu steigern und dabei die durch Im- und Exporte verursachten Kosten zu senken.

Nähere Informationen zur Digitalisierung und Automatisierung der Prozesse zur Verwaltung von Handelsverträgen finden Sie auf unserer Website (hier klicken). Gerne können Sie sich auch per E-Mail an solutions@amberroad.com an unsere Mitarbeiter wenden.