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Chinas Zukunft – Das Projekt „Neue Seidenstraße“

Während ein Großteil der Welt die anhaltenden Zollstreitigkeiten zwischen den USA und China verfolgt, nutzen europäische Länder die Gelegenheit, um engere Beziehungen zu China zu knüpfen. Und nicht nur das: Chinesische Hersteller sitzen am längeren Hebel und üben Druck auf die US-Verhandlungsführer bei den Handelsgesprächen aus.

In letzter Zeit wurde berichtet, dass die chinesischen Exporte gesunken seien, doch diese Darstellung ist nicht ganz richtig. Die Exporte sind niedriger, aber nur wenig und nur gegenüber den USA. In Europa herrscht nach wie vor lebhafte Nachfrage nach chinesischen Produkten. Nach Angaben der Europäischen Kommission ist China der zweitgrößte Importpartner der EU, noch mehr Importe bezieht sie nur aus den USA. Das Handelsvolumen zwischen der EU und China ist das größte der Welt. Chinas Infrastrukturinvestitionen in die „Neue Seidenstraße“, ein länderübergreifendes Projekt, bei dem es darum geht, schnelle und effiziente Transportmöglichkeiten aus dem chinesischen Hinterland nach Westeuropa zu schaffen, bestätigen das Bekenntnis zum Freihandel. Dieses riesige chinesische Infrastrukturprojekt (unter Aufsicht der Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen, UNCTAD) wird mehr als 120 Länder im asiatisch-pazifischen Raum, Europa und Afrika verbinden. Es umfasst weit mehr als nur den Bau von Eisenbahnen und Straßen: Ein weiterer Projektschwerpunkt ist es, Handelsbeziehungen zu knüpfen und Handelsabkommen zu schließen, ausländische Direktinvestitionen, die Finanzierung und den elektronischen Geschäftsverkehr zu fördern.

Entwicklungen zwischen China und Europa

Der chinesische Präsident Xi Jinping besucht derzeit europäische Regierungschefs, um engere Partnerschaften zu knüpfen. Bei den Treffen werden auch Vorgespräche über ein mögliches Freihandelsabkommen zwischen den Ländern geführt. Offenkundig schätzen beide Seiten einander als Geschäftspartner. Das ist lediglich die erste von vielen solcher Übereinkünfte, die Präsident Xi zur laufenden Unterstützung des ausgeklügelten Plans für ein grenzüberschreitendes Netz von Häfen, Eisenbahnen, Fernstraßen und Pipelines zu erzielen hofft.

Italien hat einen Kooperationsvertrag mit China unterzeichnet, um das Projekt „Neue Seidenstraße“ weiter auszubauen und damit die USA und die europäischen Partner Italiens aufgeschreckt. Die wirksam zur Schau gestellte Zusammenarbeit zwischen Italien und China irritierte viele Partner, die gemeinsam weiter Druck auf China ausüben möchten, damit der Handel ausgewogener wird. „Meiner Meinung nach könnte Italien eine Vorreiterrolle unter den übrigen europäischen Ländern entlang der Seidenstraße einnehmen und andere zum Beitritt bewegen“, meint Geraci, dem Roms Aufgeschlossenheit gegenüber China zu verdanken ist. Er fügte hinzu, dass die Unterzeichner „eine gemeinsame europäische Strategie“ gestalten könnten, die auf die Entwicklung von Ländern in Afrika, dem Nahen Osten und entlang der Seidenstraße abzielt. Sechs weitere große Volkswirtschaften planen, das Programm zu unterzeichnen, das den Weg für einen schnelleren Handel mit China und Westeuropa ebnen wird.

Chinesische Reformen müssen auf die EU abgestimmt sein

Die Handelshemmnisse in China zählen zu den kompliziertesten weltweit. Es gibt zwar Anzeichen für eine Marktöffnung, allerdings berichten viele Unternehmen, die in China Geschäften nachgehen, dass ihnen die letzten Wirtschaftsreformen des Landes keine oder nur geringe Vorteile gebracht haben. Bei sämtlichen Freihandelsabkommen oder bilateralen Investitionsverhandlungen dürfte die EU das Ziel verfolgen, einen besseren Marktzugang für ihre Produkte in China durchzusetzen und China zur Eindämmung der von staatseigenen Unternehmen verursachten Wettbewerbsverzerrungen zu verpflichten. Im März 2018 billigte der 13. Nationale Volkskongress der Volksrepublik China den Vorschlag des Staatsrates, eine umfassende Reform zahlreicher chinesischer Staatsbehörden durchzuführen. Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei für die Abwicklung von Im- und Exporten zuständige Behörden. Im Rahmen des Umstrukturierungsplans werden verschiedene Behörden vereinfacht und zusammengelegt, um die Abläufe zu optimieren. Die Regierung ist überzeugt, dass sich dadurch letztlich das Wirtschaftsumfeld verbessern wird, beispielsweise die Zollabwicklung, der Marktzugang, Maßnahmen zur Verbesserung der Produktqualität und das Investitionsklima für auslandsfinanzierte Unternehmen.

Europäische Unternehmen erhalten Hilfe, damit sie sich in dem komplexen Geflecht von Regelungen zurechtfinden, die für den Import nach oder den Export aus China gelten. Zu diesen Hilfsangeboten zählen Tools für die Ermittlung der Einstandskosten, die Zollabwicklung, effiziente Logistikabläufe und zur Verwaltung von Zollermäßigungsprogrammen wie den Allgemeinen Handelsprogrammen und Handelsabkommen für das verarbeitende Gewerbe in China. Erfahren Sie, wie China Trade Automation Ihnen helfen kann.