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Die Einfuhrbestimmungen von Gütern nach Deutschland

Einfuhrbestimmungen in Deutschland

Der Import und der Export sind wichtige Bestandteile der Wirtschaft, Gesellschaft sowie der Lebensqualität eines jeden Landes. Oft kann ein Staat bestimmte Güter nicht selbst produzieren, da er nicht ausreichend Fachkräfte besitzt, er nicht über die nötigen Rohstoffe verfügt oder es die klimatischen Bedingungen nicht zulassen. Der Staat kann dann die gewünschte Ware anderen Ländern abkaufen und sich unter der Einhaltung bestimmter Einfuhrbestimmungen beliefern lassen. So erhält der Staat eine Vielfalt an nötigen und Luxusgütern und die Länder, die Ihre Ware ausliefern, machen dadurch Profit und können die eigene Wirtschaft ankurbeln.

Laut aktueller Statistiken, werden zum Großteil folgende Waren in Deutschland importiert:

  • Kraftwagen und Kraftwagenteile
  • Maschinen und Geräte
  • Chemische Erzeugnisse
  • Erdöl und Erdgas
  • Medikamente
  • Nahrungs- und Futtermittel

Deutschland bezieht Ware sowohl aus EU-Mitgliedsstaaten als auch aus Ländern außerhalb der Europäischen Union sowie außerhalb Europas, z.B. aus Saudi-Arabien oder den USA. Welche Einfuhrbestimmungen jeweils gelten, möchten wir von Amber Road im Folgenden darlegen.

Einfuhrbestimmungen und Import Compliance

Mit Import Compliance sind die Import-Richtlinien sowie deren Einhaltung gemeint. Das Gegenstück dazu ist die Export Compliance, welche das Augenmerk auf die Export-Richtlinien setzt. Die Einfuhrbestimmungen von Gütern sind daher ein Teil der Import-Richtlinien und müssen eingehalten werden. Andernfalls drohen Sanktionen.

Einfuhr aus EU-Ländern

Bei Gütern aus EU-Ländern gilt der freie Handel. Es gibt keine speziellen Einfuhrbestimmungen und die Güter können ohne Zoll und Kontrollen die deutschen Grenzen passieren. Das gestaltet den Warenhandel schneller und einfacher. Dennoch gibt es einige zu beachtende Vorschriften, wenn man vom Ausland Güter nach Deutschland befördern will. Dazu zählen unter anderem die korrekte Lagerung der Produkte.

Diese Regelungen sind auf jeden Fall einzuhalten, unabhängig vom Exportstaat. Trotz des freien Handels kann für Waren eine Lieferantenerklärung angefordert werden. Wenn verbrauchsteuerpflichtige Güter unter Steueraussetzung nach Deutschland exportiert werden, müssen diese eventuell vorher genehmigt und angemeldet sein. Dazu gehören Waffen oder auch Feuerwerkskörper. Zudem muss laut den Einfuhrbestimmungen eine Einfuhrumsatzsteuer entrichtet werden.

Für Sendungen gibt es eine Freigrenze von 22 Euro. Wenn der Gesamtwert der Ware niedriger ist als der genannte Wert, ist die Ware von der Einfuhrumsatzsteuer befreit. Einfuhr aus Nicht-EU-Ländern Güter aus Nicht-EU-Mitgliedsstaaten müssen durch den Zoll abgefertigt werden.

Auch hier gibt es spezielle Einfuhrbestimmungen. Hier ist im Vorfeld die Zulässigkeit der Wareneinfuhr zu prüfen. Anschließend folgt die Erstellung verschiedenster (Zoll-)Dokumente und gegebenenfalls die Erhebung sowie Zahlung von Einfuhrabgaben. Auch hier wird die Einfuhrumsatzsteuer in Deutschland erhoben.

Um Güter einzuführen, sind laut aktueller Einfuhrbestimmungen folgende Dokumente beim Zoll vorzulegen:

  • Ausfuhranmeldung
  • Ausfuhrgenehmigung (falls Genehmigung erforderlich)
  • Ursprungszeugnis der Ware
  • Handelsrechnung
  • Pro-Forma-Rechnung (Bei Waren ohne Handelswert)
  • Lieferantenerklärung (Wenn Ware nicht selbst hergestellt, sondern nur geliefert wird)
  • Transportdokument
  • Zollpassierscheinheft
  • Warenverkehrsbescheinigung

Durchfuhr durch Deutschland

Auch wenn Ware lediglich nach Deutschland eingeführt wird, damit sie in ein anderes Land weitertransportiert werden kann, gelten Einfuhrbestimmungen. Dabei kommt es ebenfalls darauf an, ob die Produkte aus einem EU-Staat oder einem anderen Land stammen.

Einfuhrbestimmungen für Privatpersonen

Auch wenn man als Reisender Dinge für den persönlichen Gebrauch mit sich führt, gelten spezielle Einfuhrbestimmungen. Grundsätzlich können Gegenstände für den Eigenbedarf ohne weiteres innerhalb der EU transportiert werden. Für einige Güter bestehen jedoch Beschränkungen. Für Waren wie Alkohol, Kaffee Tabak und Medizin gelten Mengenbeschränkungen, damit ersichtlich ist, dass es tatsächlich Güter für den privaten Gebrauch sind und damit nicht gehandelt wird.

Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern für zahlreiche weitere Länder innerhalb und außerhalb der Europäischen Union. Wird eine Mengenbeschränkung beziehungsweise eine Freigrenze überschritten, sind steuerliche Abgaben zu entrichten. Zudem gelten bestimmte Einfuhrbestimmungen bei Tieren, Pflanzen, Antiquitäten und Geldmengen. Die Einfuhrbestimmungen beziehen sich hier ebenfalls auf den Zoll und das Entrichten von Steuern bei der Einfuhr nach Deutschland. Aufgrund von Krankheiten und Seuchen gelten bei bestimmten Lebensmitteln strenge Einfuhrbestimmungen.

Das Mitbringen von Kartoffeln, Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Eiern nach Deutschland ist grundsätzlich verboten. Wer solche Produkte trotzdem mit sich führt, darf laut Einfuhrbestimmungen nur über bestimmte Eingangstellen einreisen und muss spezielle Dokumente vorweisen. Sie haben selbst beruflich mit dem Warenexport zu tun und möchten Ihre Prozesse optimieren? Verwenden Sie unsere Software für Import- und Exportkontrolle.

Diese hält Ihnen für alle Länder die aktuellen Einfuhrbestimmungen parat und hilft Ihnen bei der Automatisierung verschiedener Arbeitsschritte. Fragen Sie gerne bei uns an und lassen Sie sich dazu beraten. Wenn Sie sich neben den Einfuhrbestimmungen über weitere Aspekte rund um den Import und Export informieren möchten, lesen Sie sich gerne durch unsere Blogbeiträge.

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