Das müssen Händler wissen

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So läuft die Zollanmeldung ab

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Ablauf der Zollanmeldung In der Europäischen Union herrscht freier Handel. Ware kann ohne Weiteres importiert und exportiert werden. Der grenzübergreifende Transport von Gütern aus Nicht-EU-Ländern setzt jedoch eine Zollanmeldung voraus. Wie diese aussieht und was es dabei zu beachten gilt, erfahren Sie hier.

Was ist die Zollanmeldung?

Für die Überführung einer Nicht-Unionsware zum freien Verkehr ist in der Regel eine Anmeldung notwendig, die sogenannten Zollanmeldung oder Einfuhrzollanmeldung. Das gilt für sämtliche Güter aus einem Nicht-EU-Land ab einem Warenwert von 1.000 Euro oder einem Gewicht von 1.000 Kilogramm. Die Anmeldung ist nicht auf eine bestimmte Person beschränkt. Jeder darf die Einfuhrzollanmeldung durchführen, der alle erforderlichen Dokumente nachweisen und die Ware der Zollstelle bereitstellen kann. Eine Vollmacht ist nicht nötig.

Arten der Zollanmeldung

Das Unionsrecht erlaubt folgende Arten der Einfuhrzollanmeldung:

  • elektronische Zollanmeldung
  • schriftliche Zollanmeldung
  • mündliche Zollanmeldung
  • Zollanmeldung durch andere Willensäußerungen

Das Gesetz regelt, welche der oberen Formen wann anzuwenden ist.

Die elektronische Zollanmeldung

Die elektronische Anmeldung kommt seit Juli 2009 zum Einsatz. Mit Hilfe von zertifizierter Software übermittelt man die Zollanmeldung online an das interne Informatikverfahren der deutschen Zollverwaltung (ATLAS).

Alle Daten werden elektronisch angegeben. Die Unterschrift des Anmelders wird durch die Beteiligtenidentifikationsnummer (BIN) ersetzt. Für die elektronische Anmeldung ist ein normaler Internetbrowser erforderlich, der das Protokoll TLS 1.2 unterstützt, sowie ein Elster-Zertifikat als Unterschriftsersatz.

Die Formulare enthalten 54 Felder. Aufgrund der verschiedenen zollrechtlichen Bestimmungen sind je nach Ware nur bestimmte Punkte auszufüllen. Hier wird oft mit Codes gearbeitet, da der Platz der einzelnen Felder begrenzt ist. Wenn sich dennoch Platzmangel ergibt, müssen die Ergänzungsvordrucke und Zusatzblätter herangezogen werden.

Die elektronische Einfuhrzollanmeldung ist das gängigste Verfahren und zwingend zu verwenden, wenn keine andere Form explizit erlaubt wurde.

Die elektronische Anmeldung gilt für folgende Güter:

  • zweistufiges Normalverfahren bei einem Wert ab 3.001 Euro
  • einstufige Vereinfachung für Kleinsendungen bei einem Wert zwischen 1.001 und 3.000 Euro
  • Ausfuhren per Post
  • Ausfuhren von verbrauchsteuerpflichtigen Waren
  • Ausfuhren von landwirtschaftlichen Erzeugnissen

Kleinsendungen bis zu einem Wert von 1.000 Euro müssen nicht elektronisch beim Zoll angemeldet werden, solange sie keinen Verboten oder Beschränkungen unterliegen.

Die schriftliche Zollanmeldung

Für die schriftliche Einfuhrzollanmeldung ist ein Formular auszufüllen. Verwenden Sie hierfür den vorgeschriebenen EU-einheitlichen Vordruck 0737, welchen Sie im Formularhandel erhalten.

Als Ausfüll-Hilfe steht Ihnen das im Formular beiliegende "Merkblatt zum Einheitspapier" zur Verfügung. Legen Sie anschließend die Anmeldung (Exemplare 6, 7 und 8 des Einheitspapiers) bei der zuständigen Zollstelle vor.

Sie können die schriftliche Zollanmeldung auch über das Internet ausfüllen. Rufen Sie hierfür das Portal für die Internetzollanmeldungen auf. Füllen Sie die Anmeldung am PC aus. Sie müssen diese ausdrucken, unterschreiben und postalisch an die zuständige Zollstelle senden, da bei der schriftlichen Zollanmeldung die Voraussetzungen für eine elektronische Anmeldung nicht gegeben sind.

Die mündliche Zollanmeldung

Eine mündliche Einfuhrzollanmeldung tätigen meist Privatpersonen, die Gegenstände zum persönlichen Gebrauch mitführen. Der Betroffene muss unaufgefordert einen Zöllner aufsuchen und die Zollanmeldung mündlich unmissverständlich äußern.

Unter die mündliche Einfuhrzollanmeldung fallen:

  • Güter zu nichtkommerziellen Zwecken
  • Ware zu kommerziellen Zwecken mit einem Wert bis 1.000 Euro, die im persönlichen Gepäck von Reisenden mitgeführt werden
  • spezielle, abgabenfreie Rückwaren, wie z.B. Tragbare Musikinstrumente, die vorübergehend eingeführt werden und als Berufsausrüstung gelten
  • vorübergehend eingeführte Rundfunk- und TV-Ausrüstung

Die Zollanmeldung kann auch durch bestimmte Verhaltensweisen erfolgen. Das ist bei Privatpersonen der Fall und hat nichts mit kommerziellen Gütern zu tun.

Die Anmeldung wird durch folgende Taten ausgedrückt:

  • Zollstelle ohne getrennte Kontrollausgänge durchgehen
  • Grüne Ausgänge bei Flughäfen oder Häfen benutzen
  • Grenze des Zollgebietes der EU durchqueren
  • Zollanmeldungsvignette an Windschutzscheibe des Fahrzeugs anbringen (in Deutschland nicht möglich)

Folgende Waren werden durch die beschrieben Willensäußerungen angemeldet:

  • das persönliche Gepäck sowie einfuhrabgabenfreie Souvenirs
  • Beförderungsmittel als Rückwaren (z.B. der Pkw nach einer Urlaubsreise) oder solche, die vorübergehend in der EU verbleiben sollen

Die vereinfachte Zollanmeldung

Hier kann die Anmeldung ohne bestimmte Angaben oder Dokumente erfolgen. Daher ist die vereinfachte Anmeldung sinnvoll, wenn Waren angemeldet werden müssen, aber bestimmte Daten noch fehlen. Die Nutzung der vereinfachten Anmeldung setzt einen Antrag auf Bewilligung voraus. Zu beachten ist, dass diese vereinfachte Einfuhrzollanmeldung nach Ablauf der festgelegten Frist in einer ergänzenden Zollanmeldung zusammengefasst wird. Das bedeutet, dass alle fehlenden Angaben oder Unterlagen nachgereicht werden müssen.

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