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Transithandel, Außenhandel und Binnenhandel – Wichtige Informationen im Überblick

Transithandel - Container

Der Transithandel

Der sogenannte Transithandel (oder Durchfuhrhandel) liegt vor, wenn Güter aus einem Ur­sprungsland auf dem Weg ins Zielland einen anderen Staat (Transitland) passieren. Die Waren werden lediglich durchgeführt und in der Regel nicht dort gelagert, verändert, be- oder verarbeitet und auch nicht teilweise oder sogar ganz dort weiterverkauft. Die Produkte gelangen somit nicht in die Volkswirtschaft des Transithändlers. Bis zum Eintreffen beim Importeur verbleibt die Ware das Eigentum des Exporteurs / Ursprungslandes.

Transitgeschäfte müssen als ,,sonstiger Warenverkehr’’ mit der Kennzahl 997 auf Anlage Z 4 gemeldet werden. Für die Veräußerung bestimmter Waren im Rahmen eines Transithandelsgeschäfts kann eine Genehmigung erforderlich sein (§ 46 I AWV n.F., § 40 I AWV a.F.). Hier gilt es, sich im Vorfeld rechtzeitig zu informieren.

Verschiedene Arten von Transithandel

Aktiver Transithandel

Aus der Sicht des Transitlandes wird der Transithandel als aktiv bezeichnet.

Passiver Transithandel

Sitzt der Transithändler im Ausland und Käufer oder Verkäufer der Güter ist ein inländisches Unternehmen, so gilt der Transithandel als passiv.

Ungebrochener Transithandel (Streckengeschäft) – Klassischer Transithandel

  • Die Ware wird vom Exporteur direkt an den Importeur geliefert.
  • der Exporteur liefert die Ware in Land A direkt an Importeur in Land C.
  • Es findet keinerlei Umschlag im Inland statt.
  • Die Ware wird keineswegs be- oder verarbeitet oder in einer anderen Art und Weise verändert.

Beispiel: Land A möchte Ware an Land C versenden. Dazwischen liegt Land B, der aktive Transithändler. Die Ware wird vom Land A direkt in das Land C geliefert, ohne dass der Transithändler im Land B die Ware anfasst. Es besteht also eine Art durchgezogene Linie.

Gebrochener Transithandel (Lagergeschäft)

  • Der Transithändler kann die Ware beispielsweise umetikettieren.
  • Es erfolgt eine Zwischenlagerung (Umschlag) der Transitware.
  • Der Transithändler bearbeitet (reinigt, sortiert, montiert oder mischt) die Ware und versendet diese an das Zielland weiter.

Beispiel: Nun wird die Ware, die von Land A nach Land C gebracht werden soll, in Land B, dem Transithändler, angefasst und weiterverarbeitet oder umetikettiert. Die Linie wird hier gebrochen bzw. verläuft nicht gerade durch.

Wichtig: Weder im gebrochenen noch im ungebrochenen Transithandel dürfen die betreffenden Güter im Transitland zollamtlich in dessen freien Inlandsverkehr abgefertigt werden.

Funktion des Transithandels

In der Außenhandelskette ist der Transithandel das Glied zwischen Ein- und Ausfuhr. Internationale Unterschiede bei währungs-, wirtschafts- und steuerpolitischen Bestimmungen bzw. Maßnahmen lassen sich so besonders gut ausnutzen.

Der Binnenhandel

Der Binnenhandel beschreibt den Handel innerhalb der Grenzen eines Staates oder eines Staatenbündnisses. Ware und Zahlungsmittel gelangen hier nicht ins Ausland.

Der Begriff Binnenhandel kann dabei für zwei Sachverhalte stehen:

  • der An- und Verkauf von Gütern im Inland
  • die Gesamtheit der Unternehmen, die Binnenhandel betreiben

Träger sind meist der Binnengroßhandel sowie der Einzelhandel. Im Einzelhandel werden zwar oft Produkte aus dem Ausland importiert, jedoch werden Sie im Inland zum Verkauf angeboten und auch im Inland verkauft. Hier fließt das Geld also direkt ins Inland, weshalb der Einzelhandel zum Binnenhandel zählt.

Der Außenhandel / internationaler Handel

Der Außenhandel umfasst den grenzüberschreitenden Warenverkehr in Form von Ein- und Ausfuhren zwischen zwei oder mehreren Staaten. Der Transithandel ist also eine Form des internationalen Handels.

Die Formen des internationalen Handels

Import

Als Import bezeichnet man die Einfuhr von Ware aus dem Ausland ins Inland. Ein Beispiel wäre der Import von Bananen aus Argentinien, um sie in deutschen Supermärkten verkaufen zu können. Die Import Compliance stellt Regeln dar, an die man sich beim Import halten muss.

Export

Mit Export ist die Ausfuhr von Ware aus dem Inland in das Ausland gemeint. Beispielsweise exportiert Deutschland Autos in die EU-Länder. Auch der Export muss Export-Compliance-konform ablaufen.

Außerdem gibt es noch andere Formen des Außenhandelsverkehrs. Hierzu zählen:

Kompensationshandel

Beim Kompensationshandel (auch Gegengeschäfte, Verbundgeschäfte oder Countertrade genannt) erfolgt ein grenzüberschreitender Warenaustausch ohne den Transfer von Zahlungsmitteln. Die Wertübertragung erfolgt also lediglich durch den Austausch der vereinbarten Produkte oder Dienstleistungen. Für diesen Tausch werden spezielle Verträge zwischen den Staaten geschlossen.

Internationale Kooperationen

Die Internationale Kooperation ist eine auf vertraglicher Grundlage basierende, Zusammenarbeit zwischen rechtlich selbstständigen Unternehmen, die sich in jeweils verschiedenen Staaten befinden.

Internationaler Lizenzhandel

Diese Form des Außenhandels meint die Weiterveräußerung erworbener Lizenzen an das Ausland.

Veredelungsverkehr

Der Veredelungsverkehr stellt ein zollrechtliches Verfahren dar. Hierbei werden Vor- oder Rohprodukte aus einem Wirtschaftsraum exportiert, damit diese im Ausland weiter- oder sogar endverarbeitet (,,veredelt’’) werden können. Im Anschluss gelangen die Produkte wieder in das Ursprungsland.

Direktinvestitionen

Bei einer Direktinvestition in das Ausland handelt es sich um einen Kapitalexport. Ein Wirtschaftsunternehmen eines Staates versendet Vermögensanlagen an einen anderen Staat.