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Vorteile und Risiken beim Direktimport

Containerschiff aus der Vogelperspektive

Die Vorteile vom Direktimport haben sich noch nicht für alle Warengruppen bis zu Groß- und Einzelhändlern oder gar den Endverbraucher herumgesprochen. Damit bleiben Gewinn- und Ertragspotenziale ungenutzt, die zwischen Kunden und Unternehmen aufgeteilt werden.

Am bekanntesten ist Direktimport EU wohl bei Neufahrzeugen: Da der Neuwagenkauf eine der bedeutenderen Entscheidungen eines Privathaushaltes oder Unternehmens ist, achten die Menschen auf den Preis. Zumal es beim Direktimport innerhalb Europas den Vorteil gibt, dass die Autohersteller die Bedienungsanleitung in allen gängigen Sprachen beifügen - und es deshalb keinen Unterschied zu dem Auto gibt, welches der Verbraucher in einem Autohaus in Deutschland gekauft hat. Sowohl beim Direktimport beispielsweise eines Fahrzeuges aus Frankreich oder Italien, als auch dem Kauf beim Händler würden Sie exakt das gleiche Fahrzeug erhalten.

Was gehört alles zum Direktimport?

Wenn Sie einen Direktimport aus China beauftragen, dann ist der Leistungsumfang noch um Einiges höher als beim Direktimport aus einem europäischen Land. Denn: Innerhalb des Europäischen Binnenmarktes gilt - mit Ausnahme weniger Warengruppen - die Regelung, das keine zusätzlichen Zölle erhoben werden. Für das Importmanagement eines Wiederverkäufers oder gewerblichen Abnehmers bedeutet dies, dass weder er noch die den Import abwickelnde Spedition eine zusätzliche Erhöhung des Einkaufswertes durch zusätzliche Zölle beachten muss.

Für den Direktimport vereinbaren Sie mit einem auf diese Dienstleistung spezialisierten Unternehmen oder auch dem Hersteller von Waren ein Leistungsbündel ganz nach Wunsch. Sie können beispielsweise beim Direktimport auf dem Seeweg die Lieferkondition unverzollt "frei Hafen (Hamburg, Bremen etc.) " vereinbaren. Dann würde der Absender die Transportkosten und Haftung sozusagen bis zum Abstellen im Zollfreihafen übernehmen. Die beim Weitertransport zum inländischen Ziel anfallenden weiteren Transportkosten und Zölle würden Sie dann als Empfänger übernehmen. Inkl. der Organisationsaufgaben und Fahrplan-Planung.

Je nach Warengruppe gehört zum Direktimport auch die Prüfung des Versandweges dahingehend, ob die branchenüblichen oder vereinbarten Standards eingehalten werden. Beispielsweise ob Tiefkühlwaren oder Lebensmittel innerhalb des vereinbarten Temperaturbereiches (Temperaturschreiber) befördert worden sind und ob empfindliche Güter geworfen oder erschüttert worden sind

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Welche Vorteile bietet Direktimport?

Eine Direktimport Definition sollte am Besten mit den wirtschaftlichen Auswirkungen auf den gewerblichen oder privaten Endverbraucher beginnen. Einer der wesentlichsten Vorteile dürfte sein, dass einige Zwischenstufen wie der Exporteur im Herstellungsland und der Importeur im Zielland nicht mehr genutzt werden müssen. Damit reduziert sich der Einkaufspreis um die Marge dieser beiden Funktionen. Ein weiterer Vorteil - insbesondere bei größeren und regelmäßigen Bestellungen -ist die Möglichkeit des Direktkontakts mit dem Hersteller. Es können Nachlässe beim Preis ab Werk ebenso vereinbart werden wie Sonderauflagen oder -editionen. Beim Direktimport vom chinesischen Festland aus könnte zudem durch vom Wert zur Verfügung gestellte Bilder Werte und Flair - also eine bestimmte Exotik - transportiert werden. Dann würde der Direktimport einen emotionalen Zusatznutzen beinhalten.

Auch die Sicherheit und Stabilität der Lieferkette können nachhaltig erhöht werden. Bei der Direktbeauftragung eines auf den Direktimport spezialisierten Dienstleisters (sei es Spedition, Paketdienst oder ein Spezialunternehmen) können sich Unternehmen direkt an einen Ansprechpartner wenden. Und haben anders als beim Export->Großhändler Herstellungsland -> Großhändler->Inland viel weniger Stufen, die den Weg verkomplizieren könnten.

Der Direktimport hat einen weiteren, indirekten Vorteil! Wenn sich insbesondere größere Kunden an den Verkaufspreisen im Herstellerland plus Transportkosten plus Zölle orientieren, dann sinkt die Möglichkeit unterschiedliche Endpreise für die verschiedenen Märkte zu kalkulieren.

Bei Endverbraucherprodukten wird dies beispielsweise bei sehr beliebten Modemarken deutlich: Deren Endverkaufspreise unterscheiden sich wesentlich weniger als früher. Bei den beliebten Duty Free-Destinationen meist lediglich um einen Steuerbetrag und einen symbolischen Abschlag.

Bei höherwertigen Gütern wie im Anlagen- oder Maschinenbau ist ein weiterer Vorteil vom Direktimport, dass der Importeur bzw. dass die Anlage nutzende Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil erlangt

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Welche Risiken sind mit Direktimport verbunden?

Die Risiken beim Direktimport sind beherrschbar sofern die Unternehmer rechtzeitig Maßnahmen dagegen ergreifen bzw. die Risiken reduzieren. Bei der erstmaligen Einfuhr eines neuen Artikels oder technischen Gerätes sollte der Importeur darauf achten, dass alle der immer mehr werdenden Auflagen erfüllt sind.

Für das Zielland Deutschland würde dies neben dem Vorliegen einer technischen Prüfung bzw. Zulassung (CE-Zeichen) ebenso bedeuten, dass der Importeur eine Dokumentation der Warenherkunft vorweisen muss (Ursprungserklärung, Ursprungszeugnis). Bei Elektrogeräten kann zudem eine weitere Registrierungspflicht bestehen, um den Anforderungen des Altgeräterecyclings nachzukommen.

Ein weiteres Risiko besteht immer dann, wenn ein Importeur Vorauszahlungen leistet und keine entsprechenden Versicherungen abschließt. Denn. Bei einer Reklamation bzw. Gewährleistung beim Direktimport kann sich das Unternehmen nicht auf den Rechtsweg in Deutschland verlassen. Der Gerichtsstand wird meist am juristischen Sitz des verkaufenden Unternehmens vereinbart.

Deshalb sollte das Vertrauensverhältnis beim Direktimport auch Schritt-für-Schritt aufgebaut werden. Am Anfang würde es sich deshalb empfehlen Güter und/oder Anlagen zu reimportieren, die nicht "missions-kritisch" oder überlebenswichtig für das Unternehmen sind.

Direktimport hebt unternehmerisches Engagement auf die nächste Stufe

Mit dem Direktimport von Waren kann ein Unternehmen die Ertragschancen erheblich verbessern weil Zwischenstgufen entfallen und den Herstellern eine länderspezifische Preisfestlegung wesentlich erschwert wird. Allerdings ist hierfür das gezielte Aufbauen von unternehmerischem Know-How erforderlich. Deshalb sollte dieser Schritt langsam unternommen werden und anfangs nicht diejenigen Güter umfassen, die für Leistungserstellung oder Kundenverbindungen essenziell sind.